Johannesbad Medizin

Fachklinik Fredeburg

Kunstpreis 2020

In diesem Jahr wurde zum 8. Mal der Kunstpreis für ehemalige Patienten der Johannesbad Fachklinik Fredeburg ausgeschrieben.
Das Thema in diesem Jahr lautete „ Stabilität in der Krise“.
Angesichts der Corona –Pandemie sicherlich ein hochaktuelles Thema, aber auch ohne Corona tauchen im Alltag immer wieder unerwartet Krisen auf, die es zu überwinden gilt.
Wie erkenne ich eine Krise, wie und wo kann ich mir Hilfe holen, was gibt mir Stabilität und wie kann ich vielleicht sogar gestärkt aus der Krise hervorgehen?
Diese  Fragen haben die Teilnehmer unseres diesjährigen Kunstpreises mit ihren ausdrucksstarken Bildern eindrucksvoll beantwortet.
Angesichts der interessanten, originellen und sehr gelungenen Bilder fiel es der Jury schwer, sich für die Preisträger zu entscheiden und sie hat daher beschlossen, allen diesjährigen Teilnehmern einen wertvollen sachpreis zukommen zu lassen, der den Hobby-Künstlern weitere Impulse verleiht und sie bei ihrem kreativen Hobby begleitet.
Vielen Dank für Ihre Teilnahme, wir freuen uns auf ein persönliches Wiedersehen im nächsten Jahr!

Stabilität in der Krise
Lisa ist single und wohnt allein.
Sie will nicht immer einsam sein.
Die Krise hat sie hart getroffen.
Wie hält sie es wohl aus – besoffen?
Die Gefühle wären unterdrückt,
aber irgendwann wird sie erdrückt.
Der Alkohol bestimmt ihr Leben.
Das will sie sich nicht wieder geben.
Sie greift sofort zum Telefon
Und teilt dort ihre Emotion.
Torsten ist am Apparat.
Sie bittet ihn um Rat.
Aus der Gruppe kennt sie ihn.
Mit seiner Hilfe bleibt sie clean.
Zu Freunden hält sie viel Kontakt,
sie helfen – das ist Fakt.
Das Handy als wichtigster Gegenstand,
hält sie jederzeit zur Hand.

Mein innerer Ort
Ich habe ihn auf dem Weg aus meiner gefunden und habe ihn tief in mir verankert!
Er gibt mir Sicherheit, Geborgenheit und einmalige, wunderschöne Gefühle.
Ich wünsche jedem, dass er diesen Ort findet!
Von ganzem Herzen!
Mein Kastanienbaum!

Stabilität in der Krise  (Bilder „Vertrauen 1“ und „Vertrauen 2“)
Zurzeit erleben wir alle fundamentale Unsicherheit und Veränderungen. Sowohl im Außen als auch im Inneren. Wie kann ich da Stabilität in meinem Leben bewahren? Stabilität erfordert ein festes Fundament, auf das ich mich in allen Lebenslagen verlassen kann.
Denn nichts bleibt, wie es war, alles ist in Bewegung, alles verändert sich fortwährend.
Zurzeit ein wenig heftiger.
Für mich als Alkoholikerin ist es wichtig, in Kontakt mit Freunden aus der Gruppe zu bleiben, meine Sorgen und Gedanken zu teilen und den anderen zuzuhören. Dieser Austausch macht einen Großteil meines Fundaments, meiner inneren Stabilität aus, die sich im Laufe der Jahre entwickelt hat.
Aber auch meine Familie, ehrenamtliches Engagement und zunehmend eine unverhofft entdeckte kreative Ader stärken mich.

Vertrauen 1
Eine Frau steckt mitten in einer Krise.
Wände und Treppen türmen sich um sie herum, sie ist ratlos. Ihr Blick geht zu einer Frau, die sie ruhig anblickt.
Ein fast nicht sichtbares Lächeln der ratlosen Frau spannt ein Bild zwischen den zwei Frauen. Ein Fünkchen Hoffnung und Vertrauen entsteht.

Stabilität in der Krise  (Bilder „Vertrauen 1“ und „Vertrauen 2“)
Zurzeit erleben wir alle fundamentale Unsicherheit und Veränderungen. Sowohl im Außen als auch im Inneren. Wie kann ich da Stabilität in meinem Leben bewahren? Stabilität erfordert ein festes Fundament, auf das ich mich in allen Lebenslagen verlassen kann.
Denn nichts bleibt, wie es war, alles ist in Bewegung, alles verändert sich fortwährend.
Zurzeit ein wenig heftiger.
Für mich als Alkoholikerin ist es wichtig, in Kontakt mit Freunden aus der Gruppe zu bleiben, meine Sorgen und Gedanken zu teilen und den anderen zuzuhören. Dieser Austausch macht einen Großteil meines Fundaments, meiner inneren Stabilität aus, die sich im Laufe der Jahre entwickelt hat.
Aber auch meine Familie, ehrenamtliches Engagement und zunehmend eine unverhofft entdeckte kreative Ader stärken mich.

Vertrauen 2
Wege in der Krise und Wege hinaus.

Stabilität in der Krise
Verändere deinen Blick, dann siehst du dein Glück.
Ständig schaust du zurück zu dem, was du nicht hast und so empfindest du dein Leben als Last.
Einsam fühlst du dich und auch verlassen.
Dabei gibt es so viele Menschen auf all deinen Wegen. Du musst sie nur lassen.
Das Schöne, das gute und das helle Licht, das siehst du leider nicht.
Dreh dich um, verändere deinen Blick, dann erfährst du ein Leben voller Glück.
Schau genau hin, zu all dem, was du auf deinen Wegen Gutes hast empfangen!!!
Dann spürst du die Fülle und verlierst dein Verlangen.

Krise – überraschend und anders (Bild 1)
Krise ist etwas, was „da“ ist, was aber eigentlich keiner haben will.
Es ist ein Prozess, der eine Veränderung anzeigt und auch einleitet.
Die Zeit trägt dazu bei, dass auch dieser erst ungewohnte Zustand von uns Menschen dann angenommen und auch mit ins Leben integriert wird/werden muss.
Die Annahme ist der Schlüssel.

In diesem Bild kann man die Wucht erkennen und auch die Unordnung, die mit der Krise einhergeht. Sie verbreitet Ängste, besonders, wenn diese durch andere immer wieder neu getriggert werden.
Die Angst ist nicht zu greifen und die Angst hat, so scheint es, die Kontrolle über den Menschen bekommen.
Aber… bei genauerem Hinsehen kann man erkennen, dass auch die Angst eine Ordnung ist.
Es ist sogar eine Schönheit darin.
Und sie „bewegt“ uns.
Sie hat mich bewegt – und Bewegung ist für mich immer erst einmal gut.
So lange ich mich bewegen kann, bin und bleibe ich handlungsfähig.

Krise – voll integriert (Bild 2)
Hier ist nun die Stabilität in der Krise erkennbar.
Die Ordnung hat sich gebildet – die Angst hat sich transformiert.
Krise – na und?
Das Leben geht weiter. Auch mit mir.

 

Netzwerk zum (Über-)Leben
Bei einem meiner Spaziergänge entdeckte ich Netz aus Wurzeln, die über einer angeschwemmten Erdhöhle verflochten waren. Dieses Netzwerk hält die Erde, auf der junge Pflanzen grünen. Diese Pflanzen wiederum geben dem Hang, der sich oberhalb erstreckt, ebenfalls wieder Stabilität.
Mein Netzwerk, welches mich vor dem Sturz in ein Loch bewahrt, ist geflochten aus den Kontakten zu meiner Familie und Freunden, auch wenn sie während des Lockdowns nur telefonisch waren. Telefonate mit Mitgliedern meiner Selbsthilfegruppe gehörten ebenfalls dazu.
Was mir am Schwersten gefallen ist: Meinem Tag eine Struktur zu geben. Aber ich habe frühzeitig gemerkt, dass der Antrieb, den Tag zu gestalten, sehr schnell verloren gegangen war und das Fernsehen den ganzen Tag lief. So wurde die Struktur des Tages ein wichtiger Teil in der Stabilität des Netzwerks. Die „Wurzeln“ meines Netzwerks müssen bewahrt und gepflegt werden, damit ich nicht in ein Loch falle und ich noch viele schöne, sinnvolle Tage habe in einer zufriedenen Trockenheit.
Und auch wenn diese Pflege viel Arbeit ist, für die Stabilität, die dabei wächst, lohnt sie sich.

Pfundig
Nach oben
Weitblick
Verantwortung
Wachse langsam
Ring um Ring
Stärker
Ast um Ast
Ich bin mutig
Rund um Rinde
Jeder findet Platz und Raum
So Trage Ich
Denn Ich bin Baum.

Luftschiff
Gedanken sind frei
Stöbern nach oben
Festen Glaubens
Zusammen
Eine Einheit
Eine Verbindung
Ein Halt
Stationen meistern
Überfliegen
Krummes wieder gerade biegen
Luft und Liebe inspirieren
Auf Wegen Neues tolerieren
Wir sind alle
Du und Ich
Bruder Schwester
Eltern Kind
Freund und Freundin
Mit dem Wind.