Johannesbad Tagesklinik Nürnberg bietet ganztägig ambulantes Therapieangebot

Neue Tagesklinik eröffnet Wege aus der Sucht

Johannesbad Tagesklinik Nürnberg bietet ganztägig ambulantes Therapieangebot für alkohol- und medikamentenabhängige Frauen und Männer

In Deutschland betreiben rund 6,7 Millionen der 18- bis 64-Jährigen gesundheitlich riskanten Alkoholkonsum, ungefähr 1,6 Millionen Menschen in dieser Altersgruppe gelten als abhängig. In einer Studie zum Alkoholkonsum während der Corona-Ausgangsbeschränkungen gaben 37,4 Prozent der Teilnehmenden an, seither mehr zu trinken. Die seelischen Belastungen durch die Pandemie und die schlechtere Verfügbarkeit von Hilfsangeboten, können sich bei Betroffenen verstärkend und beschleunigend auf die Suchtentwicklung, aber auch auf das Rückfall-Risiko auswirken.

Umso mehr freut sich Peter Müllerlei, Therapeutischer Leiter der neu gegründeten Tagesklinik, dass die ersten Plätze dank der engen Zusammenarbeit mit den ambulanten Suchtberatungsstellen vor Ort zügig vergeben werden und noch im Laufe des Monats die ersten Betroffenen eine ganztägig ambulante Rehabilitation beginnen konnten.

Die Rehabilitandinnen und Rehabilitanden der Tagesklinik profitieren von der fachlichen Expertise und der Erfahrung der Johannesbad Fachklinik Furth im Wald, die als größte stationäre Einrichtung für Suchterkrankungen seit über 40 Jahren Frauen und Männer auf dem Weg aus der Abhängigkeit begleitet, sowie der starken Vernetzung innerhalb der Johannesbad Gruppe. Nach einer Anfangsphase mit einer Gruppe von 10 Rehabilitandinnen und Rehabilitanden soll das Angebot um eine zweite Gruppe mit weiteren 10 Therapieplätzen erweitert werden.

Prof. Dr. Reinhart Schüppel, Chefarzt der Fachklinik Furth im Wald im Landkreis Cham, war an der Gründung der Tagesklinik federführend beteiligt und begleitet nun deren Anfänge als Ärztlicher Leiter.

„Unser Angebot der ganztägig ambulanten Rehabilitation richtet sich an Betroffene aus dem Großraum Nürnberg, die über ein funktionierendes privates Umfeld verfügen, in das sie abends heimkehren und in dem sie Unterstützung erhalten können. Ihre Entscheidung für eine abstinente Lebensführung muss zudem bereits so gefestigt sein, dass sie auch während der therapiefreien Zeit auf Suchtmittel verzichten können“, erklärt der Suchtexperte.

In der Regel dauert die Entwöhnungsbehandlung zwölf Wochen und beinhaltet neben Einzel- und Gruppentherapien auch Sport-, Ergo- und Arbeitstherapie, Fachvorträge sowie praxisbezogene Aktivitäten, die Impulse für eine gesunde Freizeitgestaltung setzen.

Damit kann die Tagesklinik ein vielfältiges Therapieangebot vorhalten. Bei speziellen Fragestellungen kooperiert sie mit dem Klinikum Nürnberg Nord, Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie, dem Berufsförderungswerk und der Agentur für Arbeit in Nürnberg. „Betroffene, die Unterstützung bei ihrer beruflichen Orientierung benötigen, werden im Rahmen unseres Angebotes in besonderem Maße gefördert“, unterstreicht Peter Müllerlei.