In den Johannesbad Fachkliniken Hochsauerland und Fredeburg ist es zu positiven Corona-Tests gekommen. Durch schnell eingeleitete Maßnahmen konnten die Infektionsketten gestoppt werden.

Aktuelle Lage

Die Zahl der Corona-Infizierten steigt im Hochsauerlandkreis; mittlerweile liegt auch hier der Inzidenzwert bei 133,2. Auch die Johannesbad Fachklinik Fredeburg und die Johannesbad Fachklinik Hochsauerland bleiben von dieser Entwicklung nicht verschont. Aktuell gibt es sechs Personen im direkten und indirekten Umfeld der Kliniken, die positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden. Die Klinikleitung hat nach den ersten positiven Tests schnell gehandelt, wie die kommissarische Klinikleiterin Elizabeth Clasen erklärt: „Wir haben entsprechend unseres Hygienekonzeptes alle positiv getesteten Personen sofort isoliert beziehungsweise ins häusliche Umfeld entlassen. Diese Vorgehensweise ist eng mit dem zuständigen Gesundheitsamt abgestimmt. Zusätzlich befinden sich Kontaktpersonen der Kategorie 1 nach den Kriterien des Robert-Koch-Instituts (RKI) vorsichtshalber in Quarantäne.“ Darüber hinaus hat die Fachklinik Hochsauerland eine Reihentestung mit Antigen-Schnelltests sowie PCR-Tests bei allen Beschäftigten sowie Patientinnen und Patienten vorgenommen. Auch die Schwesterklinik bietet das neue Antigen-Schnelltestverfahren sowohl den Patientinnen und Patienten als auch den Mitarbeitenden an. Hierbei liegt das Testergebnis innerhalb von 15 Minuten vor. Bis heute (Montag, 2. November) haben davon rund 300 Personen Gebrauch gemacht. Außerdem setzen die Einrichtungen weiter das umfassende Hygienekonzept um, das sich bisher bewährt hat. „So konnten wir die positiv getesteten Personen schnell isolieren und bisher die Infektionskette durchbrechen.“ Der Betrieb läuft in beiden Kliniken mit noch strengeren Hygienemaßnahmen weiter. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Patientenkontakt tragen beispielsweise nicht mehr nur den handelsüblichen Mund- und Nasenschutz, sondern sind nun alle mit FFP2-Masken ausgestattet, die einen noch höheren Schutz für die Trägerinnen und Träger sowie den jeweiligen Kontaktpersonen bieten.

Bereits in den vergangenen Wochen hat die ärztliche Leitung neue Hygienestandards entwickelt und umgesetzt, die Patientinnen und Patienten, Dienstleister und das Klinikpersonal möglichst gut vor Infektionen schützen. Alle Neuanreisenden werden getestet, sofern sie nicht innerhalb der beiden vorangegangenen Tage ohnehin einen Test gemacht hatten. Sobald Patientinnen oder Patienten Symptome aufweisen, werden sie ebenfalls vor Ort getestet und isoliert.

Die erste Infektion im indirekten Klinikumfeld wurde am 20. Oktober bei einer angestellten Person eines Reinigungsdienstleisters der Kliniken festgestellt. Diese war für die Reinigung der an die Johannesbad Gruppe angeschlossenen Physiotherapie in Bad Fredeburg zuständig. Daraufhin wurden bei allen Kontaktpersonen PCR-Tests durchgeführt. Im Ergebnis gab es positive Testungen bei zwei weiteren Mitarbeitern des Dienstleisters. Durch weitere regelmäßige Tests wurde einen Tag später bei einem Mitarbeiter der Physiotherapie eine Infektion mit SARS-CoV-2 festgestellt. Nachdem das Testergebnis des Mitarbeiters positiv ausgefallen war, wurden alle Patientinnen und Patienten, die bei ihm in Behandlung waren, in Einzelzimmern isoliert und auf eine Corona-Infektion getestet. Hierbei ergaben die Antigen-Schnelltests bei einem von 29 getesteten Patienten der Johannesbad Fachklinik Hochsauerland ein positives Ergebnis. „Die schnellen Testergebnisse lassen ein rasches Handeln zu. Wir sind uns aber auch im Klaren, dass hier falsch positive Ergebnisse möglich sind“, sagt Chefarzt Dr. Jens Schneider und ergänzt: „Deswegen werden alle per Antigen-Schnelltest getesteten Personen anschließend noch einmal mit dem PCR-Testverfahren getestet.“ Zum jetzigen Zeitpunkt befinden sich noch zehn Patienten, die direkten Kontakt mit dem Mitarbeiter hatten, in Quarantäne. „Dies ist eine Vorsichtsmaßnahme, denn alle weiteren Tests waren negativ“, erklärt Dr. Jens Schneider. Das Gesundheitsamt ist in allen Fällen frühzeitig informiert und in den Maßnahmenprozess eingebunden worden.

In der Fachklinik Fredeburg kam es ebenfalls am 21. Oktober bei einer Mitarbeiterin zu einer Positiv-Testung. Diese befand sich zum Zeitpunkt der vermuteten Infektion und in den Tagen danach nicht im Dienst und stellte somit zu keiner Zeit ein Risiko für die Mitarbeitenden und Patienten*innen der Klinik dar.
Der Ärztliche Direktor Dr. Dieter Geyer und Chefarzt Dr. Jens Schneider, haben in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt ein fortlaufendes Test- und Dokumentationskonzept entwickelt. Dadurch erfolgen weiterhin regelmäßige Reihentestungen sowohl per Antigen-Schnelltest als auch im PCR-Testverfahren und hilft bei der Identifizierung von Kontaktpersonen. Mögliche zukünftige Ausbrüche können auf diese Weise schnell und zuverlässig identifiziert und gestoppt werden.

 

Hygienekonzept konsequent umsetzen

Sowohl die beiden betroffenen Fachkliniken als auch die Johannesbad Fachklinik Holthauser Mühle, die ebenfalls zur Johannesbadgruppe gehört und bisher keinen Infektionsfall hatte, setzen weiterhin auf strenge Hygienemaßnahmen. So herrscht in allen Gebäuden eine strikte Maskenpflicht, die Rezeptionen sind mit Plexiglasscheiben ausgestattet, dem Personal steht umfassende Schutzkleidung zur Verfügung und eine konsequente Umorganisation des Betriebs bleibt bestehen. Dazu zählen auch kleinere Therapiegruppen, Essen in zwei Schichten und Essensausgabe am Buffet durch das Personal. „Der Hochsauerlandkreis ist Risikogebiet, deswegen haben wir auch die Besuchsregelungen nochmal angepasst“, betont die Klinikleiterin. Besucher sind nicht, Begleitpersonen erst ab einem Aufenthalt von sieben Tagen zugelassen. Die Begleitpersonen werden ebenfalls getestet, allerdings auf eigene Kosten. „Außerdem empfehlen wir unseren Gästen, die Klinik nur für wirklich dringende oder unbedingt notwendige Besorgungen zu verlassen“, sagt Elizabeth Clasen.


Ziel der aufwändigen Maßnahmen ist neben dem Schutz der Patientnnen und Patienten sowie der Mitarbeitenden, „dass wir gerade während der Pandemie unsere Behandlungsangebote aufrechterhalten. Personen mit psychischen Störungen und Suchterkrankungen sind in Zeiten von Kontaktreduzierung und einer allgemein angstmachenden Situation besonders gefährdet, eine Verschlechterung ihrer Erkrankung zu erleiden und sind somit auf unsere Angebote angewiesen,“ so Dr. Dieter Geyer zur aktuellen Situation.