Fachklinik richtete erstmals wieder Selbsthilfegruppen-Tagung aus

Selbsthilfegruppen leisten einen wertvollen Beitrag zur langfristigen Abstinenzsicherung von Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen. Auch Jahre nach einer stationären Entwöhnung nehmen Betroffene oft noch jede Woche an den Treffen ihrer Selbsthilfegruppe teil, um in einer sicheren Umgebung über ihre Erfolge und Herausforderungen zu sprechen.

Um die Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen noch weiter auszubauen, veranstaltete die Johannesbad Fachklinik Furth im Wald kürzlich ihre erste Selbsthilfegruppen-Tagung seit dem Ende der Pandemie. Chefärztin Oksana Stotland stellte bei ihrem Grußwort für die gut 30 Gäste aus unterschiedlichen Selbsthilfegruppen die Bedeutung der Selbsthilfe in den Vordergrund: „Wie wirkungsvoll die Arbeit ist, die Sie in Ihren Gruppen leisten, wird uns nicht nur von Betroffenen wie zum Beispiel unseren ehemaligen Rehabilitanden berichtet, sondern es ist auch wissenschaftlich nachgewiesen.“ Die Suchtselbsthilfe leiste somit auch einen merklichen Beitrag zur Entlastung des Gesundheitssystems, indem sie Anlaufstellen bietet, die noch vorgelagert zu Ärzten oder Therapeuten existieren. Stotland bedankte sich außerdem bei Vertriebs-Managerin Ute Klipp-Costa und allen weiteren Kollegen, die an der Umsetzung der Veranstaltung beteiligt waren.

Im Sinne des (Wieder-)Kennenlernens präsentierte der kommissarische Teamleiter in der Abteilung für Doppeldiagnosen, Simon Lößl, anschließend die Struktur und Behandlungsbereiche der Johannesbad Fachklinik. In diesem Rahmen stellten sich außerdem Corinna Schmidt und Franz-Siegfried Arndt-Buchgraber vor, die in Zukunft die konkrete Zusammenarbeit mit den Selbsthilfegruppen von Klinikseite koordinieren werden.

In einer anschließenden offenen Diskussionsrunde, an der auch zwei Rehabilitandinnen, die aktuell in der Klinik in Behandlung sind, teilnahmen, wurde das Engagement der Klinik seitens der Gäste sehr gelobt. Denn auch die Selbsthilfegruppen stünden vor Herausforderungen: Der demografische Wandel mache sich auch dort bemerkbar. Es sei schwierig, gerade junge Menschen mit diesen Angeboten zu erreichen. Entsprechend wichtig sei es, Betroffene noch während ihrer Entwöhnungsbehandlung mit der Suchtselbsthilfe in Kontakt zu bringen.

Im Anschluss an das Gruppenplenum konnten sich alle Anwesenden nochmal persönlich am Mittagstisch austauschen und sich im Anschluss bei einer Führung durch die Klinik einen direkten Eindruck von der Ausstattung und der Breite des Behandlungsangebots machen.