Mit einer Knieprothese wieder auf die Beine kommen

Arthrotische Veränderungen der Gelenksknochen sind nicht nur ein schmerzhafter, sondern ebenso ein extrem unangenehmer Prozess. Denn der Abnutzungsvorgang vermindert mit der Zeit immer mehr die Flexibilität des Patienten. Je weiter die Erkrankung fortschreitet, desto mehr ist der Betroffene gefangen in der eigenen Unbeweglichkeit. Ein Implantat kann jedoch ein großes Stück Lebensqualität zurückgeben – zum Beispiel eine Knieprothese.

Ursachen und Risikofaktoren

Es sind zu einem großen Teil Arthrosepatienten, bei denen ein künstliches Gelenk notwendig wird. So ist eine Gonarthrose (also ein krankhafter Verschleiß im Kniegelenk) der häufigste Grund für eine Knieprothese.

Bedenkt man, wie viele Gelenkprothesen aus einer Arthroseerkrankung resultieren, verwundert es nicht, dass vor allem die ältere Bevölkerung Zielgruppe der Prothesen ist. Mit dem Alter erhöht sich die Abnutzung und somit die Beschädigung des Gelenks. Doch auch junge Menschen können auf ein künstliches Gelenk wie eine Knieprothese angewiesen sein – Unfälle oder Verletzungen, aber auch Arthroseschäden führen dazu, dass man letztlich in der Klinik landet.

Wer braucht ein Knieimplantat?

Eine Knieprothese schafft es heute sehr gut, die Funktionen eines natürlichen Kniegelenks nachzuahmen und die Schmerzen zu nehmen. Doch wann wird das notwendig? Folgend soll ein detaillierter Überblick gegeben werden über die Ursachen einer Prothesennotwendigkeit.

Arthrose

Bei einer Arthrose wird das Gelenk stark verschleißt. Die Körperpartien – zum Beispiel das Knie – schmerzen dann enorm.

Das menschliche Gelenk ist im Dauereinsatz. Egal ob Knie-, Finger- oder Schultergelenk: Will der Mensch sich bewegen, ist er auf gut funktionierende Gelenke angewiesen.

Doch dass eben diese tagtäglich so umfangreich gefordert werden, macht sie so anfällig für Verschleiß. Bei knapp 80 Prozent der über 70-Jährigen in Deutschland lassen sich arthrotische Veränderungen ausmachen. Die weibliche Bevölkerung über 60 Jahre ist beinahe zur Hälfte betroffen, die Männer in dieser Altersgruppe zu einem Drittel.

Aber was geschieht bei einer Arthrose eigentlich? Es ist vor allem das Knorpelgewebe, das dabei in Mitleidenschaft gezogen wird. Der Knorpel liegt zwischen den Knochen des Gelenks. Er sorgt dafür, dass die nicht direkt aufeinanderliegen und somit schmerzhaft aneinander reiben. Er dient also als eine Art Schutzschicht zwischen den harten Knochen. Darüber hinaus wirkt das Gewebe als Puffer, der stoßartige Krafteinwirkungen optimal abdämpft und die Belastungen ideal verteilt.

Besonders im Kniegelenk ist diese Funktion von enormer Wichtigkeit, denn es ist tagtäglich extrem gefordert – nicht umsonst gilt es als das am meisten belastete Gelenk des Körpers. Einfaches Stehen belastet das Knie bereits mit mehr als dem eigenen Körpergewicht. Gehen belastet mit circa dem 2,6-fachen des Gewichts, und Treppensteigen drückt sogar mit mehr als der dreifachen Körperlast auf das Kniegelenk.

Mit zunehmendem Alter nutzt das Gelenk nach und nach ab. Bei einer Kniearthrose schreitet der Prozess schließlich so weit voran, bis der Knorpel vollends beschädigt ist. Als Folge reiben die Knochen ohne den Puffer schmerzhaft aneinander, sodass Bewegungen gar nicht oder nur unter großer Pein möglich sind.

Die mit dem Alter fortschreitende Arthrose zählt zu den degenerativen Erkrankungen. Eine Heilung ist leider nicht möglich, ein Implantat immer der letzte Schritt in der Therapie der Arthrose.

Arthritis
Eine ähnlich geartete Erkrankung ist die rheumatoide Arthritis, auch dieses Leiden führt zur Beschädigung der Gelenke. Doch resultiert die Krankheit nicht aus einer starken Abnutzung des Knorpels, sondern aus einer Autoimmunerkrankung, bei der sich die Abwehrzellen gegen Strukturen des eigenen Körpers wenden und diese angreifen. Eigentlich sollten die Abwehrmechanismen Krankheitserreger abwehren, aus noch immer nicht eindeutig geklärten Ursachen kommt es bei der Arthritis zu dem fehlerhaften Angriff gesunden Gewebes.

Dann werden die Gelenkknochen und die Knorpelschicht stark beschädigt, was letztlich eine Prothese unerlässlich macht.

Das Video zeigt in gut verständlichen Bildern, wie eine Arthritis entsteht und folglich den Organismus angreift.

https://www.youtube.com/watch?v=fQP6SlK-r50

Andere Ursachen
Eine Beschädigung des Kniegelenks geht einer Knieprothese immer voraus. Doch muss dieser Schaden nicht zwangsläufig aus einer Erkrankung heraus geschehen. Verletzungen und Unfälle sind ebenfalls im Bereich der möglichen Schädigung. Ein Sturz von der Treppe, eine Verletzung beim Skifahren oder Fußballspielen, oder ein Unfall mit dem Auto: Wirken zu starke Kräfte auf die Körperstrukturen ein, können diese brechen. Dabei sind auch Verletzungen der Bänder ein Grund, weshalb ein Implantat eingesetzt werden muss.

Ein Schwerpunkt unseres Hauses liegt auf der Therapie. Dementsprechend haben wir einen Fokus auf der Rehabilitation von orthopädischen Erkrankungen der Anschlussheilbehandlung nach Operationen und der Therapie chronisch degenerativer und entzündlicher Leiden.

Mögliche Methoden der Behandlung sind:

  • Krankengymnastik: Unter Aufsicht bekommt der Patient gezielt Übungen aufgezeigt, durch die betroffene Körperpartien aktiv aber schonend bewegt werden.

  • Physikalische Therapie: Elektro-, Wärme- oder Kältetherapien können zu einer guten Genesung beitragen.

  • Manuelle Therapie: Zum Bereich der manuellen Behandlung zählen die Chiropraktik oder Osteopathie.

  • Gelenkschutztraining: Es ist eine Therapiemethode, die besonders im Anfangsstadium einer Arthrose empfohlen wird. Dabei bekommt der Patient Wege aufgezeigt, wie er seine lädierten Gelenke im alltäglichen Leben weitestgehend schonen kann.

  • Bewegungsschiene: Eine motorisierte Schiene hält das Bein in Bewegung, ohne dass der Kniegeschädigte sich aktiv anstrengen muss. Mit dieser Behandlung kann frühzeitig nach einer Operation begonnen werden.

Therapie

Kann man präventiv einer Knieprothese entgegenwirken?

Wer eine Knieprothese eingesetzt bekommt, muss ab diesem Zeitpunkt immer darauf achten, diese nicht zu stark zu überlasten. Doch bedeutet eine Prothese in der Regel nicht eine körperliche Einbuße, sondern vielmehr die Wiedererlangung grundlegender Bewegungsfreiheiten. Zumindest bei rheumatischen Erkrankungen wie Arthrose oder Arthritis.

Doch kann auch ein Unfall oder eine Verletzung dazu führen, dass man eine Knieprothese benötigt. Dieses Szenario kann man aktiv nicht beeinflussen, präventive Maßnahmen sind also nicht vorhanden.

Auch der Autoimmunerkrankung Arthritis kann man wohl schlecht Einhalt gebieten, sie ist in erster Linie genetisch bedingt. Dass Rauchen jedoch ein begünstigender Faktor ist, gilt als sicher. Um der Krankheit vorzubeugen, sollte man also darauf verzichten.

Um Arthrose wirkungsvoll vorzubeugen, sollte man zwingend Überlastungen vermeiden. Diese resultieren auch aus Übergewicht, der Körper und speziell die Kniegelenke müssen dann ein zu hohes Gewicht stemmen. Das fördert die Abnutzung des Gelenks. Des Weiteren sollte man ausreichend Sport treiben. Doch sollte auch dabei auf moderate Bewegungen geachtet werden.

Zudem ist eine gesunde Ernährung entscheidend, da hierdurch das Gewebe mit wichtigen Vitaminen und Spurenelemente versorgt wird. All das sind Maßnahmen, die den Gelenken gut bekommen und den Verschleiß eindämmen.

Rehabilitation in den Johannesbad Fachkliniken

Wenn sich ein künstlicher Kniegelenkersatz nicht vermeiden lässt, muss dieser durch eine Operation eingesetzt werden. Anschließend benötigt der Körper eine umfangreiche Regeneration – unabhängig ob ein offener Eingriff oder eine minimal-invasive Operation erfolgte.

Besonders gut lässt sich dies in Form einer Anschlussheilbehandlung (kurz: AHB) bewerkstelligen. Während eines ambulanten oder stationären Aufenthaltes wird der Patient unter fachkundiger Betreuung therapiert – meist unmittelbar nach der OP.

Ein Physiotherapeut macht sich Notizen. In der Johannesbad Fachklinik wird jeder Patient mit einem individuellen Therapieplan versehen.

Dieses Angebot steht Betroffenen in den Johannesbad Fachkliniken zur Verfügung. Ein kompetentes Team aus bestens geschulten Ärzten, Physiotherapeuten und weiterem medizinischen Personal der Orthopädie begleitet den Patienten auf dem Weg der Besserung.

Doch nicht nur eine Anschlussheilbehandlung ist hier möglich. Ist Arthrose oder Arthritis noch nicht zu sehr fortgeschritten, kann mittels konservativer Heilmethoden die Krankheit eingedämmt werden. Dies ist in Form einer Rehabilitation möglich.

Unsere Kliniken für Knieprothesen

Fachklinik Bad Füssing

Die Johannesbad Fachklinik Bad Füssing bietet, gemeinsam mit der Johannesbad Therme, den Patienten optimale Bedingungen, den Klinikaufenthalt mit dem heilenden Thermal-Wasser zu ergänzen und zu unterstützen.

Gesundheits- & Reha-Zentrum Saarschleife

Die Johannesbad Fachklinik, Gesundheit – und Rehazentrum Saarschleife bietet unter anderem Therapien für orthopädische, psychosomatische und neurologische Erkrankungen an und wird ergänzt durch eine Bäderlandschaft und Sauna.

Fachklinik & Gesundheitszentrum Raupennest

Die Johannesbad Fachklinik & Gesundheitszentrum Raupennest vereint ambulante Behandlungen, Rehabilitation und Anschlussheilbehandlungen mithilfe verschiedener Therapien mit einer entspannenden Bäderlandschaft.