Das Lendenwirbelsäulen-Syndrom – viele Leiden, ein Schmerz

So gut wie jeder Mensch kennt sie: Beschwerden am Rücken sind nicht nur schmerzhaft, sondern schränken den Betroffenen zudem stark ein. Je nach Intensität des Leidens sind fließende Bewegungen kaum möglich. Rückenschmerzen sind weit verbreitet. Aber nicht jeder Rückenschmerz ist gleich. Es gibt verschiedene Ursachen – Beschwerden in der unteren Rückenregion werden in ihrer Gesamtheit als Lendenwirbelsäulen-Syndrom zusammengefasst.

Prävention

Gibt es präventive Maßnahmen?

Rückenschmerzen sind unangenehm – sie bringen nicht nur eine ungeheure Pein, sondern handicapen den Betroffenen so sehr, dass meist kein geregelter Alltag mehr möglich ist.

Wer von einem solchen Leiden außer Gefecht gesetzt wird, fragt sich – zu spät – wie das zu verhindern gewesen wäre.

Je nach Art der Erkrankung (oder Verletzung) kann man einem Lendenwirbelsäulen-Syndrom gut entgegenwirken.

Kann man einem Hexenschuss vorbeugen?
Eine einzige Bewegung, nur geringfügig falsch ausgeführt, kann eine Lumbago nach sich ziehen. Da selbst der kleinste Fehler zum schmerzhaften Zustand führt, kann keine Präventionsmaßnahme sicheren Erfolg garantieren.

Das Verletzungsrisiko lässt sich dennoch minimieren. Zum Beispiel durch eine richtige Körperhaltung. Ein Hohlkreuz belastet die Lendenwirbelsäule unnötig, genauso wie eine falsche Sitzposition.

Menschen, die beruflich lange und viel sitzen müssen, sollten also unbedingt darauf achten, die Wirbelsäule möglichst gerade zu halten.

Das Bild zeigt Fehler, die beim Sitzen gerne begangen werden. Rechts sieht man, wie es richtig sein sollte.

Übergewicht belastet die LWS ebenso übermäßig. Auch das sollte möglichst vermieden werden. Eine starke Rumpfmuskulatur hilft nicht nur, die Wirbelsäule zu entlasten, sondern korrigiert des Weiteren Fehlhaltungen.

Wer oft gestresst ist, darf sich ab und zu eine Auszeit gönnen, um keine Verspannungen aufkommen zu lassen. Rauchen sollte man aufhören oder am besten gar nicht erst beginnen – es gilt als erwiesen, dass das einen negativen Einfluss auf die Nährstoffzufuhr hat.

Kann man einem Bandscheibenvorfall vorbeugen?
Rauchen hindert auch die Nährstoffversorgung der Bandscheiben und ist somit ebenso Faktor für Prolapse.

Damit der Organismus leistungsfähig bleibt, ist auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Das hält die Bandscheiben, Muskeln und Sehnen gesund. Obst und Gemüse sind grundlegend für eine ideale Prävention.

Darüber hinaus ist mangelnde Bewegung ein den Prolaps begünstigender Umstand. Die Bandscheibe benötigt regelmäßige Bewegung, da der Prozess aus Belastung und Entlastung des Gewebes dazu führt, dass der Faserring mit Flüssigkeit aus dem Faserkern versorgt wird. So bleibt der Zwischenwirbelkörper elastisch und hält länger Drucksituationen stand.

Doch bei stetiger Fehlbelastung geht der Verschleiß schneller vonstatten. Übergewicht und Fehlhaltungen des Körpers sollten – wie auch beim Hexenschuss – vermieden werden.

Kann man Arthrose vorbeugen?

Warme Kleidung schützt im Winter vor Kälte und Wind. Die Gelenke sind so bei frostigem Wetter gut geschützt.

Arthrose ist ein andauernder Verschleißprozess der Gelenke. Eindämmen kann man die Abnutzung nicht. Man kann lediglich darauf achten, Knorpel und Knochen nicht unnötig zu fordern.

Auch hierbei soll auf eine Vermeidung von Überlastung verwiesen werden. Übergewicht bedingt arthrotische Veränderungen. Genauso stoßintensive Sportarten. Bewegung ist in der Regel jedoch ein gutes Mittel gegen Arthrose. So bleiben die Gelenke geschmeidig – Sportarten wie Schwimmen oder Fahrradfahren werden besonders empfohlen.

Fisch, Obst und Gemüse versorgen das Knorpelgewebe mit wichtigen Vitaminen und Spurenelementen. Wer seinen Speiseplan dahingehend optimiert, trägt dazu bei, seine körpereigenen Scharniere fit zu halten.

In der kalten Winterzeit stellt man nicht selten fest, dass die Gelenke schmerzen. Es wird gemutmaßt, dass das am verlangsamten Stoffwechsel liegt. In den Wintermonaten ist deshalb warme Kleidung ratsam.

Ursachen und Risikofaktoren

Varianten des LWS-Syndroms

Ein plötzlich auftretender Schmerz im Lendenbereich wird von vielen Betroffenen im ersten Augenblick als Hexenschuss erkannt. Aber genauso gut kann die Pein aus einem Bandscheibenvorfall resultieren. Nicht immer treten Beschwerden akut auf, chronische Probleme sind ebenfalls möglich.

Im Folgenden sollen bekannte Krankheiten näher betrachtet werden, die zum LWS-Syndrom zählen:

Plötzlich gehandicapt: Der Hexenschuss

Man will sich aus dem Stuhl aufrichten oder etwas vom Boden aufheben: Schlagartig und unvorhergesehen fährt ein stechender Schmerz durch den Rücken. Der Hexenschuss fühlt sich dann meist wie eine Blockade der hinteren Rumpfpartien an – flüssige Bewegungen sind kaum noch möglich.

Eine Lumbago, so der Fachbegriff, ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Schmerzbild, das durch allerlei Ursachen ausgelöst werden kann. Der häufigste Auslöser der Schmerzen, so die Annahme, ist ein „eingeklemmter Nerv“. Doch ist das nur eine Möglichkeit. Genauso kann ein blockierter Wirbel, ein Bandscheibenvorfall oder starke Verspannungen der Muskulatur zum Hexenschuss führen.

Dann ist die Pein dermaßen intensiv, dass Bettruhe als die einzig mögliche Therapie erscheint. Diese ist zu Anfang auch die richtige Heilmethode. Sind Bewegungen wieder bedingt möglich, sollten die das Mittel der Wahl sein. So bleibt das Gewebe aktiv und Verspannungen können gelockert werden.

Auch Wärme- und Kältebehandlungen haben sich bewährt. Beide Optionen fördern eine bessere Durchblutung, Verspannungen lösen sich leichter. Sind die Schmerzen zu groß, kann durch Medikamente das Leid zeitweise gelindert werden.

Im Normalfall heilt ein Hexenschuss nach wenigen Tagen von selbst, konservative Verfahren helfen, die Probleme zu mildern. Ein operativer Eingriff ist nicht vonnöten.

Zu schwaches Gewebe: Der Bandscheibenvorfall
Anders ist dies beim Bandscheibenvorfall – tritt diese Erkrankung auf, kann eine Operation durchaus notwendig sein. Jedoch ist dies die Ausnahme, in der Regel heilt auch dieses Gebrechen von alleine. Während der Hexenschuss ein Überbegriff für Schmerzen im Rücken ist, beschreibt der Bandscheibenprolaps, so die medizinische Bezeichnung, ein genaues Leiden. Bei einem Bandscheibenvorfall fällt im wahrsten Sinne des Wortes die Bandscheibe aus ihrer Position heraus nach vorne. Sie liegt zwischen den Wirbeln und dient als eine Art Stoßdämpfer. Verschleiß führt dazu, dass dieser Zwischenwirbelkörper spröde wird. Mit steigendem Lebensalter verliert der Faserkern an Flüssigkeit, der Faserring wird somit nicht ausreichend getränkt. Das sonst so elastische Gewebe verliert nach und nach an Elastizität und wird rissig. Ist der Druck schließlich zu hoch, bricht die Gallertmasse durch den Ring und schiebt die Bandscheibe in Richtung Rückenmark und Nervenstränge. Folgende Abbildung zeigt, wie der Gallertkern durch die äußere Faserschicht stößt. Die Bandscheibe verschiebt sich und drückt gegen das den Zwischenwirbel umgebende Gewebe.

Ein steter Abnutzungsprozess durch fortschreitendes Alter ist die häufigste Ursache des Bandscheibenvorfalls. Doch langwierige Fehlbelastung (etwa durch falsches Sitzen oder ein Hohlkreuz) beschleunigen den Verschleiß. Auch durch Unfälle kann eine Bandscheibe vorfallen, wenn die einwirkenden Kräfte zu groß sind und der Knochen des Wirbel bricht.

Ein Prolaps ist sowohl an der Halswirbelsäule als auch an der Brustwirbelsäule und der Lendenwirbelsäule möglich. Meist ist aber die LWS betroffen.

Extreme Schmerzen sind die Folge, die bis in die Gliedmaßen ausstrahlen können. Wird der Ischiasnerv vom Vorfall tangiert, spürt der Bandscheibengeschädigte das Leiden auch in den Beinen.

Neben der starken Pein sind ebenso Taubheitsgefühle und Lähmungserscheinungen möglich. Das ist der Fall, wenn die Nerven von der Bandscheibe zu sehr abgedrückt sind. Bei einem solchen Szenario kann eine OP durchaus nötig sein. Die erste Therapieoption ist allerdings eine konservative Behandlung.

Von manuellen Heilverfahren über physikalische Methoden bis hin zur medikamentösen Therapie ist das Spektrum breit gefächert.

Kontinuierlicher Verschleiß: Die Arthrose

Von Verschleiß ist neben der Bandscheibe auch das Wirbelsäulengelenk betroffen. Die starke Abnutzung eines Gelenks wird als Arthrose bezeichnet. Jedes Scharnier des Körpers ist von dieser Krankheit bedroht. Tritt sie an der Wirbelsäule auf, nennt man das Facettengelenksarthrose oder Spondylarthrose.

Vor dem Abnutzungsprozess ist kein Gelenk gefeit. Damit der Mensch sich bewegen kann, braucht er jedes einzelne davon – und das täglich und oft rund um die Uhr.

Mit der Zeit reibt sich das Gewebe ab. Vor allem der Knorpel, der zwischen den Gelenkknochen sitzt, unterliegt der Gebrauchserscheinung.

Doch der ist für ein schmerzfreies Leben ein wichtiger Faktor. Das Knorpelgewebe dient als Pufferzone zwischen den Knochen. Es sorgt dafür, dass diese nicht aneinander reiben. Außerdem mindert es die Intensität von Erschütterungen und verteilt die Kräfte optimal auf das umliegende Gewebe.

Ist es aber beschädigt, kann es seiner Funktion nicht mehr ideal nachgehen. Bewegungsschmerzen sind die Folge. Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung kommt es letztlich auch zu Beschwerden im Ruhezustand, was die Lebensqualität des Betroffenen negativ beeinflusst.

Eine Arthrose ist leider nicht heilbar. Der Prozess kann lediglich eingedämmt und die Beschwerden abgeschwächt werden.

Das ist in erster Linie durch orthopädische Verfahren zu bewerkstelligen. Durch Krankengymnastik bekommt der Patient Übungen aufgezeigt, die gezielt Muskulatur aufbauen. So erhalten die Gelenke wichtige Unterstützung beim Stemmen alltäglicher Lasten. Zudem erkennt und korrigiert der Physiotherapeut Fehlhaltungen, die den Verschleiß bedingen.

Auch Wärmetherapie kann helfen, die Schmerzen zu lindern. Muskeln werden gelockert, der Stoffwechsel und die Durchblutung angeregt. Durch die erhöhte Temperatur kann das Gewebe zudem Nährstoffe besser aufnehmen. Ferner werden manuelle Heilmethoden von behandelnden Ärzten gerne empfohlen.

Ist der Verschleiß jedoch zu weit fortgeschritten und der Knorpel umfassend abgerieben, kann eine Operation unumgänglich sein. Beispielweise werden mittels minimal-invasiver Methoden dem Patienten Schmerzmittel injiziert. Eine größere OP wird nötig, wenn etwa ein Implantat einzusetzen ist.

Rückenschmerzen durch Verletzungen

Eine Verletzung im Bereich der Lendenwirbelsäule führt mitunter zu einem LWS-Syndrom. Durch Stürze oder Unfälle – ob Autounfall oder Sportunfall – wirken starke Kräfte auf den Organismus ein – Frakturen an der Lendenwirbelsäule oder Traumata des Gewebes lösen Schmerzen aus. Folgeverletzungen wie ein Bandscheibenvorfall sind ebenso möglich. Inwieweit eine Operation dann nötig ist, hängt vom Grad der Blessur ab.

Therapie

Beschwerden lindern durch eine Rehabilitation

Eine Physiotherapeutin zeigt Ihrem Patienten die richtige Ausführung muskelaufbauender Übungen. Eine stabile Rumpfmuskulatur ist essentiell für leistungsstarke Bandscheiben und Gelenke.

Rückenbeschwerden erfordern meist konservativer Therapieverfahren. Nur selten ist eine Operation notwendig. Besonders effektiv können Leiden des Rückens im Rahmen einer Rehabilitation behandelt werden.

In einer Klinik wird ambulant oder stationär unter professioneller Aufsicht an der Regeneration des Patienten gearbeitet.

Dabei erstellt der Arzt gemeinsam mit dem Regenerierenden einen individuellen Therapieplan, der auf die Bedürfnisse des Rückenleidenden gezielt eingeht.

Da die Rückenschmerztherapie klinisch vonstattengeht, steht während der Reha eine Vielzahl an Behandlungen, Kursangeboten und unterstützender Gerätschaften zur Verfügung – von physiotherapeutischen Verfahren bis hin zu Kneippschen Anwendungen und Elektrotherapien.

Die Rehabilitation ist ebenfalls im Anschluss an einen operativen Eingriff möglich – dann spricht man von einer Anschlussheilbehandlung (kurz: AHB). Sie erfolgt meist direkt nach einer OP, kann aber unter Umständen auch später begonnen werden.

Regenerieren in den Johannesbad Fachkliniken

Die Johannesbad Fachkliniken bieten sowohl Rehabilitation als auch Anschlussheilbehandlung an.

Leiden Sie an Rückenschmerzen, begeben Sie sich hier in die richtigen Hände: Unsere Kliniken sind spezialisiert auf orthopädische Heilverfahren, mit denen Gelenk- und Wirbelsäulenleiden schnell und effektiv therapiert werden.

Mussten Sie sich einer Operation unterziehen, möchten wir Ihnen ein kompetenter Partner sein: Durch eine auf Sie zugeschnittene Anschlussheilbehandlung regeneriert Ihr Körper unter fachkundiger Anleitung von den Strapazen des Eingriffs.

Die Palette der möglichen Therapien ist groß. Unter anderem bietet die Fachklinik an:

  • Physiotherapie: Unsere anspruchsvoll ausgebildeten Physiotherapeuten kümmern sich darum, dass Rückengeschädigte schnell wieder leistungsfähig sind. Durch gezieltes Bewegungstraining werden die Funktionen des Körpers stetig wiederhergestellt.

  • Muskelaufbautraining: Eine robuste Muskulatur unterstützt Gelenke und die Wirbelsäule, die Lasten zu stemmen.

  • Physikalische Therapie: Wärmebehandlungen und Elektrotherapie zählen zu diesem Bereich. Sie setzen auf natürliche Reaktionen des Körpers, bedingt durch gezielte Reize.

  • Manuelle Therapie: Durch spezielle Handgriffe und Dehnungen wird die Beweglichkeit des Patienten verbessert. Die Osteopathie zählt zur manuellen Therapie.

  • Gesundheitscoaching: In speziellen Kursen bekommt der Patient wichtige Informationen geliefert, die das Leben mit Beschwerden erleichtern und eine bessere Gesundheit bedingen. Zum Beispiel durch Ernährungsberatung oder Gelenkschutztraining.

Setzen Sie Ihr Vertrauen in uns, möchten wir dieses zurückzahlen: Mit der gesamten Expertise des medizinischen Teams des Johannesbads widmen wir uns Ihrer Genesung. Denn Ihr Wohlbefinden ist unser höchstes Gut.

Unsere Kliniken für LWS-Syndrom

Fachklinik Bad Füssing

Die Johannesbad Fachklinik Bad Füssing bietet, gemeinsam mit der Johannesbad Therme, den Patienten optimale Bedingungen, den Klinikaufenthalt mit dem heilenden Thermal-Wasser zu ergänzen und zu unterstützen.

Gesundheits- & Reha-Zentrum Saarschleife

Die Johannesbad Fachklinik, Gesundheit – und Rehazentrum Saarschleife bietet unter anderem Therapien für orthopädische, psychosomatische und neurologische Erkrankungen an und wird ergänzt durch eine Bäderlandschaft und Sauna.

Fachklinik & Gesundheitszentrum Raupennest

Die Johannesbad Fachklinik & Gesundheitszentrum Raupennest vereint ambulante Behandlungen, Rehabilitation und Anschlussheilbehandlungen mithilfe verschiedener Therapien mit einer entspannenden Bäderlandschaft.