Therapie für lebensjüngere Patienten

Wir fassen jüngere erwachsene Patienten in alters- und geschlechtsgemischten Teams zusammen. In Indikationsgruppen, in denen die Junioren unter sich sind (JuniorInnentherapie), werden spezifische Probleme, wie z.B. Ablösung vom Elternhaus, fehlendes Durchhaltevermögen oder geringe Tagesstruktur besprochen.

Therapie

Aus den krankheitsbestimmenden und -begleitenden Faktoren leiten sich einige der für diese Altersgruppe besonders bedeutsamen Therapieziele ab:

  • Stärkung der Behandlungsmotivation und Förderung der Motivation für über den stationären Behandlungsrahmen hinausgehende Weiter und- Nachbehandlung bzw. ­Nachsorge

  • Einsicht in das eigene Abhängigkeitsverhalten und ein Erkennen der Funktionalität des Suchtmittelgebrauchs im Allgemeinen und für jedes verwendete Suchtmittel im Speziellen

  • Realistische Teilzielplanung des Veränderungsprozesses und Selbsteinschätzung

  • Stärkung der Abstinenzmotivation und kontinuierliche Abbruch- und Rückfallprävention

  • Verbesserung der körperlichen Konstitution mit Umgang und Bewältigung von körperlichen Folgeschäden

  • Bearbeitung von Reifungs- und Entwicklungsdefiziten mit dem Ziel der selbstgesteuerten Nachreifung oder problemadäquaten Kompensation von Entwicklungsdefiziten, mit den Unterzielen: Verbesserung des Selbstbildes, des Selbstwertes, der Affektdifferenzierung und der Frustrationstoleranz sowie den Fähigkeiten, Beziehungen aufzunehmen und Kontakte herzustellen

  • Entwicklung von Interessen und Freizeitaktivitäten

  • Die berufliche (Wieder-)Eingliederung in Kooperation mit Arbeitsverwaltung und Reha-Beratung (Beratung, Vermittlung, Umschulung, Eingliederungshilfen)

  • Klärung des Wohn- und Lebensbereiches

  • Bearbeitung von Straffähigkeitstendenzen und Klärung aktueller juristischer Probleme

  • Klärung von Einkommen und Schulden

  • (Wieder-)Herstellung von tragfähigen sozialen Netzwerken

Krankheitsverlauf und Prognose

Antriebs- und Motivationsstörungen sowie ausgeprägte kognitiven Einschränkungen sind Folgen des Konsums. Arbeitstherapie und externen Belastungserprobungen stärken die Grundarbeitsfähigkeiten und die Motivation für eine berufliche Tätigkeit. Individuelles, computergestütztes Hirnleistungstraining verbessert die kognitiven Leistungen. Auch der strukturierte Tagesablauf hat einen hohen Stellenwert, da die Tage der Süchtigen in der Regel nur vom Suchtmittelkonsum geprägt waren. Die Überwindung der eigenen Passivität durch Selbstaktivierung, Vertrauen in Leistungsfähigkeit und Spaß an Freizeitaktivitäten ist das Ziel von Sportangeboten, Freizeitkursen und gemeinsamen Unternehmungen.

Unsere Klinik für jüngere Patienten

Johannesbad Fachklinik Fredeburg

Die Johannesbad Fachklinik Fredeburg bietet Therapien für Abhängigkeitserkrankungen an, um Ihren Patienten den Weg in ein suchtmittelfreies Leben zu zeigen.